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Unternehmenssteuerreform III – was erwartet uns?

Nach langem Hin und Her und Differenzbereinigungsverfahren haben sich National- und Ständerat auf den Schlusstext der Gesetzesänderungen geeinigt, die die oft diskutierte Unternehmenssteuerreform III mit sich bringt.

Geändert werden vorab zwei steuerrechtliche Erlasse:

  • das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG)
  • das Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG)

Selbstverständlich müssen auch die entsprechenden kantonalen Bestimmungen angepasst werden. Im Kanton Bern also primär das Steuergesetz (StG).

Die Änderungen betreffen unter Anderem folgende Bereiche:

  • DBG: Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer (im Geschäftsvermögen kann beim Eigenkapital ein fiktiver Zinsabzug gemacht werden)
  • DBG: einheitliche Aufdeckung stiller Reserven bei Beginn und Ende der Steuerpflicht
  • StHG: Abschaffung der Steuerprivilegien für Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften
  • StHG: Einführung von Patentboxen (teilweise Befreiung von Erfolgen aus Patenten und ähnlichen Rechten von der Gewinnsteuer)
  • StHG: Einführung einer zinsbereinigten Gewinnsteuer ist freiwillig (Dividenden von qualifizierten Beteiligungen im Privatvermögen müssen aber zu mindestens 60% steuerbar sein)
  • StHG: fakultative Ermässigung der Kapitalsteuer (Limite: Ermässigung um 80%)

Da die Kantone nun ihre Gesetzgebung anpassen müssen, ist mit einem Inkrafttreten nicht vor 2019 zu rechnen.

Später behandelt werden soll etwa die Abschaffung der Emissionsabgabe und die Enführung einer sog. „Tonnage Tax“ für Schifffahrtsunternehmen.

Quelle: Leonhard Schär, Unternehmenssteuerreform III – Parlamentarische Schlussabstimmung, auf: lawblogswiterland.ch, 26. Juni 2016

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